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Rückwärtswandern als Technik des Nicht-Tuns

In einem der Bände von CARLOS CASTANEDA wird als eine Technik des Nicht-Tuns das Rückwärtsgehen erwähnt. Pablito – ein Schüler Don Juans – fertigte sich zu diesem Zweck eigens einen Helm mit Spiegeln an, der es ihm ermöglichte, rückwärts zu gehen, ohne sich umsehen/umdrehen zu müssen. Neugierig auf den Effekt, probierte ich das Rückwärtsgehen im Frühjahr aus und war angenehm überrascht. Ich trug zwar keinen verspiegelten Helm, sondern einen kleinen Handspiegel, der es mir erlaubte, über die Schulter zu sehen. Auf diese Weise wanderte ich ca. 8 Kilometer rückwärts. Dabei machte ich u.a. folgende Erfahrungen:

Extrem starker Rückwärtssog

Nach etwa 4 oder 5 Kilometern Rückwärtswandern trat, sobald ich stehen blieb, folgender Effekt ein: Ich spürte einen extrem starken Sog von hinten. Und zwar so stark, dass ich das körperliche Gefühl hatte, jemand zöge von hinten an meiner Schulter, um mich umzuwerfen. Um nicht umzufallen, beugte ich mich nach vorne. Der Sog war jedoch so stark, dass ich noch meinen rechten Arm nach vorne strecken musste, um ein Gegengewicht zu bilden. Doch auch diese Maßnahme reichte nicht aus, um das Gleichgewicht herzustellen.  Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich mit einem Bein nach hinten zu stemmen. Das heißt konkret: Diese 4 – 5 Kilometer Rückwärtswandern erzeugten eine „scheinbar physische“ Kraft, die so stark war, dass ich mit ganzem Körpereinsatz gegenwirken musste, sprich: Nach vorne beugen, Arm nach vorne strecken, Bein nach hinten stemmen. Dabei muss ich noch anmerken, dass kein Schwindelgefühl im Spiel war, das mich aus dem Gleichgewicht brachte, sondern das Empfinden einer direkten physischen Einwirkung auf meinen Körper.

Völlig high und nicht mehr fahrtauglich

Noch erstaunlicher war die Wirkung auf die Psyche.  Als ich nach 8 Kilometern wieder vorwärts wanderte, fühlte ich mich, als hätte ich Alkohol getrunken. Und zwar gerade so viel, dass ich nicht betrunken, aber angeheitert war. Diese Dosis Rückwärtswandern erzeugte denselben Effekt, den man bei Alkoholkonsum als positiv erlebt. Ich fühlte mich leicht, happy, völlig unbeschwert und hatte ein angenehmes Leckt-mich-am-Arsch-Gefühl. UND: Ich war nicht mehr fahrtauglich, weil meine Reaktion zeitverzögert war.

In diesem Zusammenhang ist auch das Retro-Running interessant.

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