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Die Beschwörung des Menschen fressenden Nachbarn

Ein netter, freundlicher, vielleicht etwas naiver Mensch namens Max hatte bisher keine größeren Probleme mit seinen Nachbarn. Eines Tages ziehen in seiner Nachbarschaft Tarmaliner ein, Menschen aus Tarmalien also, einem Land jenseits des kylostakischen Ozeans. Diese Tarmaliner sehen etwas seltsam aus und benehmen sich auch so. Ein Nachbar erzählt ihm, die Tarmaliner fräßen in ihrer Heimat Menschen und man könne ja nie wissen, ob sie diese Gewohnheit hier bei uns in Deutschland aufgäben. Es wäre doch sicher ratsam, sich ein Sicherheitsschloss installieren zu lassen und am besten auch gleich nur noch mit Knarre schlafen zu gehen. Unser netter, freundlicher Mensch namens Max glaubt seinem Nachbarn und verwandelt sich nun in einen misstrauischen Menschen, der jedes Mal Schweißausbrüche bekommt, wenn ein Tarmaliner im Treppenhaus an ihm vorbei läuft. Der Tarmaliner seinerseits spürt die Abneigung und benimmt sich nun ebenfalls etwas merkwürdig, was unseren einst netten Menschen in seiner Annahme noch bestätigt und sein Misstrauen in Abneigung, Angst und schließlich in pures Entsetzen verwandelt. WAS IST PASSIERT?
Der Nachbar von Max hat eine Beschwörungsformel gesprochen. Diese Beschwörungsformel hat Max in seinem Kopf täglich wiederholt, bis er sich in einen anderen Menschen verwandelte und gleichzeitig ein Gespenst heraufbeschwor. Das Gespenst des menschenfressenden Nachbarn.
Eines Tages begegnet Max seinem Nachbarn im Treppenhaus. Und dieser spricht nun folgende Formel: Ich habe dich angeschwindelt. Die Tarmaliner fressen keine Menschen. Im Gegenteil. Sie sind die nettesten Menschen, die du dir vorstellen kannst, usw.
Da fällt aber unserem Max ein Stein vom Herzen und er ist plötzlich – fast wieder – der Alte.
Am Abend sitzt Max vor dem Fernseher und langweilt sich. Er hätte jetzt Lust auf einen Horrorfilm, der einem die Schweißperln auf die Stirn treibt. Plötzlich denkt er sich: Mensch, ich könnte doch das Gespenst des menschenfressenden Nachbarn heraufbeschwören, das ist besser als ein Horrorfilm. Gedacht, getan. Max spricht die erste Beschwörungsformel, die ihm sein Nachbar genannt hatte. Doch HALT! Bevor die Formel wirken kann, muss er noch die Beschwörungsformel, die ihm sein Nachbar im Treppenhaus nannte, aufheben bzw. aus seinem Gedächtnis verbannen. Max überlegt hin und her, wie er diese Formel verbannen könnte und plötzlich fällt ihm die Gegenformel ein: Sein Nachbar ist ein Lügner. Er hat ihn auf der Treppe angelogen. Wahrscheinlich, weil er mittlerweile selbst auf der Seite der Tarmaliner steht und Menschen frisst. Jetzt hat er plötzlich nicht nur die Tarmaliner gegen sich, sondern auch noch seinen langjährigen Nachbarn. Grauenhaft. Max malt sich schon die schlimmsten Horrorszenarios aus. Und schließlich kriegt er auch Schweißaufbrüche. Doch Max muss aufpassen, dass er die Kontrolle nicht verliert. Schließlich will er ja nicht sein Leben lang in einem Alptraum leben, sondern nur heute Abend. Es muss ihm die schizophrene Tat gelingen, jederzeit die Beschwörungsformel zu sprechen, die er gerade völlig aus seinem Gedächtnis verbannt hat und die ihn vom Gespenst des menschenfressenden Nachbarn befreien kann.

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