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Das 2. Buch Mose und die Nibelungensage

Der Auszug der Israeliten aus Ägypten und ihre Suche nach dem gelobten Land beschreibt m.E. nichts anderes als einen klassischen spirituellen Entwicklungsweg, wie er in vielen Kulturen auf unterschiedliche Art erzählt wird. Um was es jeweils geht, ist im Prinzip gleich, nur die verwendeten Bilder sind unterschiedlich.  Ob Nibelungensage, Yoga-Aphorismen des Patanjali oder das 2. Buch Mose – es ist im Grunde dasselbe.

Der Mensch als Gefangener (seiner Kultur, seines Weltbildes, seiner Moralvorstellung, seiner Lebensumstände, etc), der Mensch als Opfer der Fremdbestimmung (= Pharao). Er entschließt sich, sich aus seinen Zwängen zu befreien (= Auszug aus Ägypten). Doch seine Vergangenheit lässt ihn nicht los (=Pharao verfolgt das geflohene Volk). Das bewusst ICH WILL (= Moses, der Führer) teilt deshalb die Tiefen des Unterbewusstseins (= Rotes Meer) mit Hilfe seines Willens und seines Verstandes (= Stab = Zauberstab = Element Feuer u. Luft = Wille u. Verstand). Er trennt also (= analysiert) sein Seelenleben (= Meer) und ergründet es (= die Wassermassen teilen bis zum Grund). Auf diese Weise kann der Mensch, ohne im Chaos seiner Gefühlswelt unterzugehen (= trockenen Fußes) , die ihn fremd bestimmenden Mächte (= das Heer des Pharao) abschütteln. Jetzt ist der Mensch zunächst mal frei von seiner Vergangenheit (= Pharao u. Heer ertrunken), aber noch lange nicht am Ziel seiner spirituellen Entwicklung. Er muss zunächst Selbstgenügsamkeit, Entbehrung, Askese auf sich nehmen (= durch die Wüste gehen) und natürlich auch Einsamkeit ertragen. Schließlich ist der spirituelle Weg ein ganz persönlicher. Man ist allein. Es geht ja darum, sich aus der Fremdbestimmung zu lösen. Doch der Geist (= Moses) ist willig, das Fleisch (= Volk) ist schwach (= die Israeliten sehnen sich nach ihrer Gefangenschaft zurück, weil der Weg durch die Wüste karg und reich an Entbehrungen ist). Schließlich kommt auch der Berg Sinai ins Spiel.Der Berg – ein klassisches Bild für die spirituelle Entwicklung und eine Entsprechung zu SATURN (= Gesetz, Meisterschaft, Disziplin, Arbeit, etc.). Doch auch nach einem solch langen Weg der spirituellen Entwicklung ist der Mensch noch anfällig für das, was früher für ihn wichtig war, was er anbetete (= das goldene Kalb). Doch schließlich ist es soweit. Der Mensch steht an der Schwelle  zur spirituellen Freiheit/Nirwana (= gelobtes Land, in dem Milch und Honig fließen). Und was muss passieren, bevor der Mensch ins Nirwana eingeht? Das alte ICH, aber auch alle anderen alten Seelenanteile, müssen sterben. Deshalb stirbt hier Moses (= Führer) und alle anderen der alten Generation ebenfalls. Sie dürfen das gelobte Land nicht betreten.

Der Held Siegfried aus der Nibelungensage ist im Grunde mit Moses vergleichbar. Nur mit dem Unterschied, dass Siegfried scheiterte, bevor er das Nirwana (=das gelobte Land) erreichte. Wäre Moses nach seiner Rückkehr vom Berg Sinai von den Israeliten getötet worden – z.B. weil sie seine *Wüstenexpedition* satt hatten – dann entspräche dies der Ermordung Siegfrieds durch Hagen.

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