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VATAN - Der Pfad des Nordens, Teil 2

Meine Beurteilung des VATAN - Der Pfad des Nordens, Teil 2

Habe mich nun, als eingefleischter Nichtleser, durch die 46 Seiten des Garten-Kapitels gequält sowie durch die 23 Seiten des 1. Kapitels und werde das Gefühl nicht los, dass sich die von Hollanders einen esoterischen Scherz mit mir erlauben. Zumindest dürften sie beim Schreiben auch `ne Menge Spaß gehabt haben. Aber warum auch nicht. Das Buch erschien ja ungefähr zeitgleich mit dem Beginn der Spaßgesellschaft und hätte m.E. den alternativen Comedy-Preis verdient. Zugegeben, ich übertreibe etwas.

Kapitel 5
Das Garten-Kapitel finde ich im Großen und Ganzen eigentlich weitestgehend akzeptabel, bis auf einige Punkte, die ich z.T. schon erwähnt habe. Zum Beispiel die Behauptung, Drachenkämpfe hätten ihren symbolischen Ursprung im Christentum. Das ist ein so offensichtlicher Unsinn, dass er das Gesamtwerk in meinen Augen schon als etwas zweifelhaft erscheinen lässt. (siehe: Apophies aus der ägyptischen Mythologie oder die mesopotamische Göttin Tiamat).

Interessant finde ich die Nutzung eines inneren Gartens als Ort der Kraft, aber auch als Symbol der inneren oder aber auch einer höheren Ordnung. Doch interessant ist nicht gleich praktikabel. Momentan bin ich da noch etwas skeptisch. Denn schließlich handelt es sich um eine starke Projektion, zu der der Leser hier animiert wird. Diese Projektion hat nur dann einen Sinn, wenn sich der Gärtner möglichst oft in diesem Garten aufhält, oder noch besser – von Zeit zu Zeit voll und ganz darin aufgeht. Statt seine Projektion zurückzunehmen und sie in sich zu integrieren, integriert er sich in seine Projektion. Insgesamt erscheint mir aber eine spirituelle Entwicklung über den Umweg einer derartigen Projektion eher als Fallgrube. Warum erst ein so hohes Maß an Energie nach außen projizieren? Warum nicht besser die Energie bei sich behalten und in sich selbst ordnen - im eigenen Körper also?

Kapitel 1
Wenn Der Pfad des Nordens im geschichtlichen Sinne existierte, dann war sein erster Abschnitt mit Stolpersteinen gepflastert, so viel scheint mir sicher. Um alle Stolpersteine, an denen ich mir die Zehen blau stieß, angemessen zu würdigen, müsste ich eine Doktorarbeit schreiben. Ich beschränke mich deshalb auf einige wenige.

Ich fange einmal mit dem blauen Blut an.
In einem Buch über Farbsymbolik fand ich die Behauptung, diese Redewendung käme aus dem Spanischen, da spanische Adelige durch ihre Abstammung von den Westgoten und deren Heiratsverbindung zu nordeuropäischen Höfen, hellhäutiger waren als die Mauren, und deshalb die blauen Adern stärker sichtbar.

Die von Hollanders dagegen behaupten, die Bezeichnung leide sich her von Bewohnern der Astralebene, die sich zwecks Kopulation mit den weiblichen Erdenbewohnern auf der physischen Ebene manifestierten. Diese  verdichteten Astralbewohner waren dünnheutig und deshalb blauadrig. Ich vermute mal, dass bei diesen Astralbewohnern auch schon ein strenges Patriarchat herrschte. Denn so wie es die von Hollanders beschreiben, haben sich nur die männlichen Astralbewohner mit den weiblichen Erdenbewohnern gepaart. Die weiblichen Astralbewohner gingen leer aus. Die ganze Sache wird so dargestellt, als hätten sich Götter mit Menschen vermischt. Odin scheint bei den Zuchthengsten der Astralebene jedenfalls nicht dabei gewesen zu sein, denn sonst hätten ja die höchsten Adeligen alle nur ein Auge.

Eine andere Version der von Hollanders – die sie vermutlich von Erich van Däniken gekauft haben – besagt, Außerirdische hätten sich vor langer Zeit in Nordeuropa niedergelassen. Dass hier die Außerirdischen zufällig dem irdischen Menschen völlig gleich sind (abgesehen von ihrer Entwicklungsstufe), so dass einer Paarung mit den primitiven Erdlingen genetisch und technisch nichts im Wege steht, ist vermutlich ein vatanisches Wunder. Sie hätten ja auch Aliens sein können.

Auf Seite 24 schreiben die Autoren sinngemäß:
*Die Seele hat den unwiderstehlichen Drang, sich vom Zustand des göttlichen ES zu trennen, um alle Bewusstseinszustände durchzumachen.*

Das heißt im Klartext: Etwas, das schon alle Bewusstseinszustände in sich trägt (also quasi im Paradies und in der Einheit verweilt), hat den Drang, alle Bewusstseinszustände durchzumachen, und sich dafür in die Dualität zu stürzen.
Das ist eine kühne Behauptung, die die von Hollanders nur glaubhaft von sich geben können, weil sie sich auf die Vatanis berufen. Denn dass sie selbst bei der Abspaltung einer solchen Seele aus dem göttlichen ES dabei gewesen sind und dabei eine Seele interviewt haben, würde ihnen wohl kaum einer abnehmen.

Was mir bei dieser Seelenabspaltung so spanisch vorkommt, sind die sehr menschlichen Züge, die dieser Seele verpasst werden. Etwas Göttliches und Vollkommenes verspürt einen Drang; so wie wir einen Drang verspüren, wenn wir mal aufs Klo müssen. Um den bildlichen Vergleich noch etwas auszuweiten:

Die Seele sitzt mit vielen anderen Seelen in einem warmen Haus (dem Paradies) am offenen Kamin und fühlt sich wohl in dieser Einheit. Plötzlich springt sie hoch, schreit *ich muss mal, ich muss mal* und rennt zur Tür hinaus. Da es auf dem Klo draußen natürlich recht kalt ist, will sie möglichst schnell wieder zurück in die warme Einheit. Aber sie ist nicht die einzige Seele, die einen Drang verspürt. Laut von Hollanders gehen ununterbrochen Myriaden von Seelen (im übertragenen Sinn) aufs Klo, um möglichst bald wieder zurück zu kommen. Doch das klappt nicht so reibungslos, weil auf der Erde, wie jeder weiß, meist ein Mangel herrscht. Das heißt, es gibt weniger Klos als Seelen, weshalb dauernd die Kacke am Dampfen ist. Da stehen dann nicht nur vor den Damen-Klos lange Warteschlangen, sondern auch vor den Herren-Klos.

Verblüffenderweise schreiben von Hollanders an irgendeiner Stelle (ich weiß nicht mehr wo), dass die Seele, wenn sie mal den ganzen Weg von der Einheit über die Vielheit zurück zur Einheit gegangen ist, sie beliebig aus der Einheit wieder *austreten* und auch wieder zurück kann. Das heißt, sie darf jederzeit aufs Klo, obwohl sie keinen Drang mehr verspürt, muss aber nicht. Vermutlich bekommen die einmal inkarnierten Seelen im Himmel etwas Besseres zu essen, als ihre noch nicht inkarnierten Kolleginnen. Etwas, das im Seelendarm vollkommen absorbiert wird.

Auf Seite 27 steht über die Seele:
*Irgendwann schlüpft sie (die Seele) schließlich in einen Menschenkörper*

Diese Behauptung ist immer wieder zu lesen, wenn es um Seelen und Seelenwanderung geht. Und immer wieder fühle ich mich aufs Neue amüsiert. Da ist also ein Körper, der aus Fleisch und Blut besteht. Und wenn man Esoterikern glaubt, auch aus noch feinstofflicherem Material. Wer hat diese Körper gemacht? Und wie schlüpft die Seele da hinein?

Wenn man dieser Behauptung Glauben schenkt, muss man davon ausgehen, dass ständig unbeseelte Körper bereit stehen, damit eine Seele hineinschlüpfen kann. Laut von Hollanders gibt es aber nichts Unbeseeltes auf dieser Welt. Wie kann dann ein Körper zur Verfügung stehen, in den erst noch eine Seele hineinschlüpfen muss?

Dies ist natürlich nicht der einzige Widerspruch, der mir Kopfzerbrechen bereitete.

Seite 36:
*Die Seele selbst kann sich innerhalb ihrer Körper überall aufhalten, und sie tut es auch. Allerdings hat sie bestimmte bevorzugte Aufenthaltsorte, …*

Drei Zeilen weiter unten schreiben die Autoren:
*Die Seele ist göttlich und daher allwissend, allmächtig und allgegenwärtig.*

Auch wenn die Worte *allwissend* und *allmächtig* ein paar Zeilen tiefer wieder relativiert werden, so bleibt *allgegenwärtig* doch eine eindeutige Aussage. Entweder die Seele ist allgegenwärtig oder sie ist es nicht. Und wenn sie es ist, dann ist sie nicht nur *innerhalb ihrer Körper* (wie die Autoren ein paar Zeilen weiter oben schreiben), sondern überall gleichzeitig. Im ganzen Universum.

Wie auch immer. Die beiden Seelen der von Hollanders scheinen jedenfalls sehr omnipräsent zu sein, denn sie sitzen in 50 Meinungen gleichzeitig, auch wenn diese sich vollkommen widersprechen. Aber das ist vermutlich höhere Mathematik.

Übrigens – kennt Ihr schon die Geheimlehre VANDALEN – der Pfad des Mordens? Das ist das nordwestliche Pendant zum südöstlichen Weg des Samurai. Das Buch ist von Mario Ledermann. Steht aber noch in den Sternen.

Schönen Sonntagmorgen wünscht
Mario

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