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Gefühl und Wissen

Die Begriffe GLAUBEN und WISSEN werden im allgemeinen Sprachgebrauch übrigens auch nicht immer eindeutig benutzt. Mir fällt dazu folgende Geschichte ein:

Eine Gotteserfahrung

Vor vielen, vielen Jahren, als ich mich noch künstlerisch betätigte, saß ich – ein Nichtraucher – vor meiner Staffelei und kuckte zum Fenster hinaus auf den Horizont, während ich eine Pfeife rauchte, die mit ganz normalem Tabak gestopft war (es könnte auch schwarzer Tee gewesen sein). Die Dämpfe von Terpentin und Ölfarbe stiegen mir in die Nase und ich beobachtete einen Traktor, der am Horizont gerade an einem großen Heuhaufen und einer Hecke vorbei fuhr. Doch plötzlich stellte ich fest, dass der Traktor gar nicht fuhr, denn die Distanz zu den Bezugspunkten Hecke und Heuhaufen änderte sich nicht. Doch kaum hatte ich meinen Prüferblick abgesetzt, da fuhr der Traktor wieder. Und als ich den Prüferblick wieder aufsetzte, stand er wieder still. Dieses Spielchen ging eine Zeitlang so hin und her. Und plötzlich verwandelten sich Heuhaufen und Hecke in einen riesigen (ca. 4 Meter hohen) Elch. Und als ich mir sagte, das kann nicht sein, da war der Elch wieder ein Heuhaufen und eine Hecke. Doch kaum hatte ich meinen Prüferblick abgesetzt, da waren Heuhaufen und Hecke wieder ein Elch. Und so ging es hin und her.

Und plötzlich - wie aus dem Nichts - da WUSSTE ich, ohne den geringsten Zweifel, dass Gott existierte. Es war ein unmittelbares WISSEN, ohne jeden rationalen Gedanken. Ich hatte mich absolut nicht mit diesem Thema beschäftigt. Das Wissen kam einfach in mich und es war so absolut, dass ich eher daran gezweifelt hätte, dass eine Kugel rund ist (obwohl das ja mathematisch definiert ist), als die Existenz Gottes zu leugnen. Ich sollte vielleicht erwähnen, dass ich damals kein gläubiger Mensch war, und heute bin ich es auch nicht.
Zunächst wusste ich nicht, was ich mit diesem WISSEN anfangen sollte. Doch dann erinnerte ich mich an die Geschichte von CASTANEDA, in der er auf einer Brücke Gott erblickte. Und ich erinnerte mich daran, was Don Juan dazu sagte. Und da wurde mir klar:

Wissen ist ein Gefühl

Wissen ist ein Gefühl. Und wenn Du dieses Gefühl des Wissens erzeugen kannst – wie auch immer – dann weißt Du. Dies sagt aber nicht viel über irgendeine absolute, feststehende Realität aus. Obwohl ich dieses absolute, zweifelsfreie Wissen hatte, dass Gott existiert, spielt dieses Wissen heute keine Rolle für mich.
Denn ein ähnliches Wissen – wenn auch nicht so absolut und stark – hatte ich auch schon in Träumen. Da hatte ich über einen Sachverhalt ein rationales, in sich stimmiges Wissen. Und als ich erwachte, stellte ich fest, dass dieser rationale, stimmige Sachverhalt im Wachbewusstsein völlig irrational war. Eigentlich paradox.
Das heißt nichts anderes, als dass sich das Gefühl der rationalen Stimmigkeit auch einstellen kann, wenn Du einen völlig irrationalen Sachverhalt betrachtest.

Mario

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